BeeHiveMap, die Trachtkarte für Imker
Wann beginnt bei mir die Tracht, und wie weit ist der Nachbarlandkreis schon? BeeHiveMap beantwortet das für Deutschland, Österreich und die Schweiz, auf einer Karte, bis zu zehn Tage im Voraus. Die Nutzung ist kostenlos und werbefrei.
Karte öffnen auf beehivemap.de
Was die Grünland-Temperatur-Summe ist
Die Grünland-Temperatur-Summe, kurz GTS, ist eine seit Jahrzehnten genutzte Rechengröße aus der Landwirtschaft. Sie addiert die Tagesmitteltemperaturen ab dem 1. Januar, im Januar mit halbem, im Februar mit dreiviertel Gewicht, ab März voll. Das Ergebnis sagt, wie weit die Vegetation an einem Ort tatsächlich ist, unabhängig vom Kalender.
Für die Imkerei ist das die ehrlichere Auskunft als ein Datum: Ein früher, warmer Februar verschiebt die Weidenblüte um Wochen nach vorn, ein kalter April hält sie zurück. Wer mit dem Kalender plant, plant am Volk vorbei.
Die Schwellen, an denen sich etwas ändert
| GTS-Wert | Was in der Natur passiert |
|---|---|
| 9 | Hasel, der Vegetationsbeginn ist erreicht |
| 60 | Weide, erste nennenswerte Pollenquelle |
| 130 | Kirsche |
| 200 | Raps, Beginn der Trachtphase |
| 450 | Robinie |
| 550 | Linde |
| 1200 | Sommerlinde |
| 1500 und mehr | Spätsommer, Trachtende in den meisten Lagen |
Die Werte sind Richtwerte. Mikroklima, Hanglage, Boden und Sorte verschieben sie örtlich. Genau deshalb zeigt BeeHiveMap eine Fläche und keine einzelne Zahl.
Was die Karte kann
Aktuell und Prognose
Die Ansicht „Aktuell" zeigt den heutigen Stand. „Prognose" rechnet bis zu zehn Tage voraus und lässt sich mit einem Regler Tag für Tag durchschieben. So sieht man, wann eine Schwelle voraussichtlich erreicht wird, und kann Wanderung, Ableger oder Erweiterung danach planen.
Jahre vergleichen
Ein zweiter Regler legt dasselbe Datum aus einem anderen Jahr darüber. Damit wird die Frage „sind wir früh oder spät dran?" zu einer Antwort statt zu einem Gefühl. Die Transparenz der Überlagerung ist stufenlos einstellbar.
Zusatz-Layer für konkrete Fragen
- Wetter-Prognose: Wo ist Flugwetter, wo droht Frost, wo ist es zu windig?
- Trachtprognosen: Wo ist grob mit Trachtangebot zu rechnen?
- Phänologische Marker: Blühbeginn wichtiger Trachtpflanzen als eigene Ebene.
- Völker-Management: Hinweise zu Durchsicht, Erweiterung und Varroa-Wetter.
- Standort-spezifisch: Auswertung für die eigenen, gespeicherten Stände.
Ein Layer ist ein Indikator, keine Messung am Flugloch. Er zeigt die Richtung, die Entscheidung trifft weiterhin der Imker.
Eigene Standorte und Alarme
Wer sich anmeldet, legt seine Stände als Standorte an: Hausstand, Wanderplatz, Garten. Jeder Standort bekommt eigene Alarme, zum Beispiel:
- Vegetationsbeginn erreicht (GTS 9)
- Frostwarnung für die kommende Nacht
- Trachtschwelle erreicht, etwa Raps bei GTS 200
- Flugwetter-Fenster für die nächste Durchsicht
Es gibt fertige Voreinstellungen, sodass ein Alarm in wenigen Sekunden steht. Ausgelöste Alarme landen in einem Verlauf, der sich später nachlesen lässt.
Benachrichtigung auf drei Wegen
| Weg | Wofür er sich eignet |
|---|---|
| verlässlich, gut zum Nachlesen und Archivieren | |
| Browser-Push | schnell, gilt je Browser und Gerät getrennt |
| App-Push | schnell auf dem Handy über die BeeHiveMap-App |
Jeder Kanal hat einen Test-Knopf, damit man nicht auf den Ernstfall warten muss, um zu wissen, ob er funktioniert.
Woher die Daten kommen
Grundlage sind die Messnetze der nationalen Wetterdienste für Deutschland, Österreich und die Schweiz, am 14.09.2026 zusammen 5.204 Messpunkte. Daraus wird die GTS je Punkt gerechnet und für die Fläche dazwischen interpoliert. Die Vorhersage stammt aus numerischen Wettermodellen und wird mehrmals täglich aktualisiert.
Eine Prognose bleibt eine Prognose: Je weiter sie reicht, desto unschärfer wird sie. Der Wissensbereich auf beehivemap.de erklärt, wie belastbar welcher Vorhersagetag ist.
Ein Wissensbereich mit 19 Seiten
Zu jeder Funktion gibt es eine eigene Erklärseite, darunter GTS-Grundlagen, Schwellen und ihre Grenzen, Phänologie, Trachtpflanzen, Bienenflug, Völkerdurchsicht, Varroa-Wetter, Datenquellen, Prognose und Unsicherheit sowie ein Glossar. Geschrieben für Imker, nicht für Meteorologen.
Was BeeHiveMap kostet
Nichts. Die Karte ist frei zugänglich, ohne Werbung Dritter und ohne Verkauf von Daten. Für Standorte, Alarme und Benachrichtigungen ist eine kostenlose Anmeldung nötig, weil die Hinweise sonst nirgendwohin geschickt werden könnten.
Wie BeeHiveMap und die Stockwaage zusammenpassen
Die Karte sagt, was draußen passiert. Die Waage sagt, was im Volk passiert. Erst zusammen ergibt sich ein Bild: Wenn die Karte Trachtbeginn meldet und die Waage zeigt keinen Zuwachs, liegt es nicht am Wetter, sondern am Volk. Bleibt umgekehrt das Gewicht stabil, während die Karte eine kühle Woche anzeigt, ist alles in Ordnung.
Zur WLAN-Bienenstockwaage Trachtkarte öffnen
Häufige Fragen
Brauche ich ein Konto?
Für die Karte nicht. Nur für eigene Standorte, Alarme und Benachrichtigungen.
Gilt das auch für Österreich und die Schweiz?
Ja. Die Karte deckt den gesamten DACH-Raum ab, die Messpunkte der drei Länder lassen sich einzeln ein- und ausblenden.
Ersetzt die Karte das Nachsehen am Stand?
Nein. Sie sagt, wann sich das Nachsehen lohnt und worauf zu achten ist.
Läuft das auch auf dem Handy?
Ja, die Karte läuft im Browser auf jedem Gerät. Zusätzlich gibt es die BeeHiveMap-App.
BeeHiveMap wird von XDiBee entwickelt, aus Minden in Nordrhein-Westfalen. Rückmeldungen von Imkern fließen direkt in die Weiterentwicklung ein, dafür gibt es auf der Karte einen Feedback-Knopf.